DAS BEHÄLTER

JOSCHA HENDRIX ENDE vocals ||| JULIUS GABRIEL saxophone ||| GABOR BODOLAY bass ||| KARL F.-DEGENHARDT drums |||  ACHIM ZEPEZAUER electronics

Das Behälter ist eine Band, die in ihrem Inneren einen Hohlraum aufweist. Wenn die Musik beginnt füllt dieser sich mit der Weisheit von Jahrtausenden, der Liebe der Heiligen und dem anarchistischen, exzessiven Groove der Shizo-Disko.

The World Is All That Is The Case (Vinyl, self-released, 2015)

J X Ende als dadaistische Mischung aus Klaus Kinski und Ian Curtis zwischen vier großartigen Instrumentalisten, die ihre Virtuosität völlig beiläufig ausleben. Achim Zepezauer liefert eine Neudefinition des Sample-Elektronikers. Nicht nur Klangflächen und programmatische Text- oder Musikeinspielungen in der Tradition Pierre Schaeffers und Christian Marclays sind sein Beitrag. Kämper, der vom Schlagzeug kommt, ist mit perkussiven Samples elementarer Bestandteil der Rhythmusgruppe wie ein Perkussionist einer Jazzband. Diese Samples kommen zum Teil direkt aus seinem alten Plattenspieler, den er u.a. mit Aufnahmen einer Opernsängerin bestückt. Gabor Bodolay ist ein Bassgitarrist, dem man seine Liebe zu den Basics ansieht, sei es ein Country&Western-Wechselbass oder ein Siebziger-Discogroove. Mit seinem Counterpart Karl-F. Degenhardt, der listig am Drumset den Free-Jazz-Humor pflegt, führt Bodolay diese Grooves in die Absurdität. Julius Gabriel kann mit seinem Baritonsaxophon Grooves antreiben, zirkular atmend mit dem Sopransaxophon langweiligste Achtziger-Keyboardlicks unendlich wiederholen oder mit dem Tenorsaxophon genau das tun, was man von einem Saxophonisten erwartet. Kurz gesagt: Er kann so ziemlich alles, was die Familie der Saxophone hergibt. Er kann aber etwas, was nur wenige Musiker können, und das trifft auf alle Bandmitglieder zu: Sie können einander zuhören und mit ihrer kompositorischen Kompetenz jedes Konzert spontan neu entwerfen. Joscha Hendricksens unendlicher Fluss aus Sprache und Gestik findet in seiner stilistischen Vielseitigkeit zwischen Expressionismus, Hip-Hop und grandios belanglosem Befindlichkeitsgeschwätz keinen Vergleich. „Das Behälter“ gibt dem improvisatorischen Umgang mit Text und Musik eine neue Dimension. (Guido Schlösser)


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